a_DSCN0473

» BE – Bike-Verbot auf Singletrails?

Im Kanton Bern soll das Waldgesetz revidiert und die Biker (und Reiter) aus dem Wald vertrieben werden: „Teilrevision des Kantonalen Waldgesetzes geht in die Vernehmlassung – Neue Grundlagen für einen nachhaltigen Umgang mit dem Wald“.

Auszüge aus Kantonales Waldgesetz (KWaG)
(Fassung für das Vernehmlassungsverfahren 24. Nov. 2011)

4.6 Öffentliche Zugänglichkeit „Zum Schutz von unbefestigten Waldwegen und zur Vermeidung von Konflikten mit anderen Waldbenutzerinnen und Waldbenutzern werden Reiten und Radfahren abseits von Waldstrassen eingeschränkt“.

 

 Bikespuren versus Holzerntetruckspuren

Bikespuren? Nein! 

Artikel 22 „Pferde und Fahrräder hinterlassen insbesondere bei nasser und feuchter Witterung oftmals bleibende Beeinträchtigungen auf nicht festen Wegen. Dies verursacht den Waldeigentümerinnen und Waldeigentümern zusätzliche Unterhaltskosten. Zudem nimmt das Konfliktpotenzial zwischen Reitenden und Radfahrenden und anderen Waldbesucherinnen und Waldbesuchern laufend zu. Mit der Änderung von Absatz 2 sollen diese Nutzungen deshalb auf befestigte Waldstrassen beschränkt bleiben. Vorbehalten bleiben besonders bezeichnete Wege und Pisten, welche nach wie vor bewilligt werden können. Im Rahmen dieser Bewilligungspflicht kann auch dem Unterhaltsaufwand Rechnung getragen und Konfliktpotenzial entschärft werden.
Vor dem Hintergrund, dass Reiten und Radfahren besonders mobile und anpassungsfähige Arten der Freizeitausübung sind, wird sich die Begrenzung für die Betroffenen nur punktuell auswirken. Denn trotz dieser Einschränkung steht Reiterinnen und Reitern sowie Radfahrerinnen und Radfahrern weiterhin ein grosses Netz an befestigten Waldstrassen und bezeichneten Pisten und Wegen zur Verfügung“.

10. Auswirkungen auf die Volkswirtschaft
Die Teilrevision des KWaG führt zu einer Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Berner Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer und damit zu einer Steigerung der Wertschöpfung aus dem natürlichen Rohstoff Holz.

 Bikespuren im Wald (Gurten)

Bikespuren? Ja!

Wer da wohl die immensen, grossenteils irreparablen  Schäden am Waldboden verursacht? Die Reiter und Biker? Oder die Waldbesitzer selber, die ihre Holzernte durch ‚professionelle Forstbertriebe‘ mit riesigen, schweren Maschinen einfahren lassen? Dafür werden nachhaltige Bodenzerstörung in Kauf genommen – und niemand schreit auf angesichts der ‚kriegsänlichen Schlachtfelder‘, die die Holzernteindustrie in der ganzen Schweiz hinterlässt.

Da ist es doch einfacher, Biker und Reiter zu Feindbildern zu machen, als sich gegen die Holzindustrie zu stellen und anständige Holzerntemethoden zu fordern! Dabei wird ausser acht gelassen, dass mit dem Bike verbunden, ebenfalls wichtige Branchen wie der Tourismus und die Fahradindustrie betroffen sind. Sollte das ‚Bike-Verbot‘ durchkommen, so wäre das für die Tourismusregionen im Oberland oder im Jura und für die Fahrradhändler im Kanton katastrophal! Kein Biker ist heutzutage mehr ernsthaft interessiert, sich lediglich auf Forst- und Alpstrassen zu bewegen. Folge wäre das Ausbleiben der Biker in diesen Regionen – diese würden auf andere Kantone ausweichen, in Bern zB. ins nahegelegene Wallis. Die Walliser Bergbahnen, Hotels und Gastbetriebe wird’s freuen, die Berner wohl weniger.

Der Kanton Bern sollte sich vielmehr ein Beispiel am Kt. Graubünden nehmen und den Biketourismus aktiv fördern, zum Wohle der Tourismusregionen und zur Freude der Biker.

 Samuel Fankhauser

 trailnet.ch wirkt aktiv an der Vernehmlassung mit:

http://www.trailnet.ch/files/PDF/Antwort_KWaG_20120112_FINAL.pdf

http://www.trailnet.ch/files/PDF/Gegenargumentation%20KWaG_2012.pdf

Auch Du kannst Deine Meinung kundtun: info@trailnet.ch

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *